# Nur für mich


Sind Rituale (Regeln und Grenzen) in der Kindertagespflege sinnvoll?

Abschlussarbeit im Rahmen der Weiterbildung für Kindertagespflegeimg_20160225_174518.jpg

Diese Woche erfüllte ich mir mit der bestandenen Prüfung sozusagen meinen Kindheitstraum- – Kindergärtnerin zu werden: also etwas für mich und somit auch etwas für RUMS

 

Es war tatsächlich für meinereins kein leichtes Unterfangen, diese Abschlussarbeit. Dann noch die Vorbereitung der Präsentation Moderationskartenvor Prüferinnen und versammelter Mannschaft. Alles in allem sehr zeitaufwändig. Die Prüfung An sich nahm auch noch über fünf Stunden in Anspruch. Wir hatten aber auch Zeit für mehrere Pausen und zur Entspannung konnten wir uns mit selbstgemachter Knete  Gruppenbildund therapeutischem Sand vergnügen.

Schlussendlich:  alle 8 verbliebenen Teilnehmerinnen (von anfänglich 12) haben ihr Zertifikat freudig in Empfang genommen. photogrid_1456419000079.jpgDieses freudige Ereignis wurde sogleich mit EINER Flasche alkoholfreiem Sekt (10 Personen, lol) begossen so wie mit einem Gruppenbild gekrönt.

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bis ganz bald  stolze Grüße von ♥ tinkerkwieny

wenn es dich interessiert hier nun meine Abschlussarbeit:

Inhaltsverzeichnis

 

  1. Einleitung. 3
  2. Definitionen. 4

2.1.    Kindertagespflege. 4

2.2.    Rituale. 5

2.2.1.         Rituale in der Kindertagespflege. 6

2.3.    Grenzen. 6

2.3.1.    Grenzen in der Kindertagespflege. 7

2.4.    Regeln. 7

2.4.1.    Regeln in der Kindertagespflege. 8

  1. Gedanken. 8
  2. Fakten. 9
  3. Beispiele. 12

5.1 Rituale. 12

5.2 Grenzen. 13

5.3 Regeln. 13

  1. Fazit 14

 

  1. Einleitung

Wir alle kennen und nutzen Rituale in unserem Tagesablauf, aber nur selten machen wir uns ihren Wert bewusst oder setzten sie gezielt ein. Es sei denn wie jetzt in Bezug auf ein pädagogisches Arbeitsfeld. Rituale scheinen ein Grundbedürfnis der Menschen zu sein, denn man findet sie in allen Kulturen und zu allen Zeiten. Sie gehören zum ältesten Menschheitserbe. Rituale sind überall und in allen Gesellschaften anzutreffen.[1] Sie sollen Kindern und Erwachsenen guttun und das Zusammenleben positiv unterstützen. Häufig entwickeln sie sich auch ganz unbewusst und werden dennoch schmerzlich vermisst, wenn sie mal aus- wegfallen. Man denke nur an das Fehlen der morgendlichen Zeitung oder das ausgiebige Sonntagsfrühstück.

Da jede Familie ihre eigenen Rituale entwickelt, pflegt und an die jeweilige Entwicklung und Lebensphase anpasst, stellt sich mir aufgrund meiner Weiterbildung „Qualifizierung in der Kindertagespflege“ die Frage welche Bedeutung haben Rituale in der KiTa? Bringen sie die Kinder eher durcheinander oder können sie dort genauso hilfreich sein wie daheim?

Des Weiteren entstehen durch das Einführen von Ritualen automatisch Regeln und auch Grenzen.

Kinder provozieren, damit Eltern (Tagesmutter) reagieren – mal so, mal so und dann wieder ganz anders. Das ist meistens verkehrt. Denn auf diese Weise geben Eltern (TM) nur ihre eigene Unsicherheit an die Kinder weiter. Statt Halt zu geben, vermitteln sie ihnen den Eindruck, dass sie selbst nicht mehr durchblicken. Dabei brauchen Kinder das Gefühl, dass ihre Eltern (Tagesmutter) wissen, wo es langgeht.[2]

In der heutigen Zeit sind viele Eltern unsicher in der Wahl ihres “Erziehungsstils“. Sie wollen ihren Kindern die Freiheit lassen sich gut zu entwickeln, sie nicht durch Verbote einengen. Verzichten aus diesen Gründen weitestgehend auf Regeln und Grenzen in der Erziehung und verlegen sich auf den Verhandlungsstil. Dabei vergessen Eltern, dass klare Grenzen Kindern Halt, Geborgenheit und Orientierung geben, sie müssen aber auch passen, wie ein guter Rahmen zum Bild. Manche Eltern zögern unendlich lang, um dann viel zu hart zu reagieren. [3] Abgesehen davon besteht unser ganzes Leben aus unzähligen Regeln und Grenzen die das friedliche Zusammenleben in einer demokratischen Gemeinschaft erst möglich machen. Diese werden natürlich von unseren Kindern getestet und ausgereizt – und das ist gut so.[4]

  1. Definitionen
    • Kindertagespflege

Unter Kindertagespflege versteht man die Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern durch geeignete Tagespflegepersonen (§ 22 SGB VIII). Das SGB VIII sieht als Ort der Kindertagespflege grundsätzlich den Haushalt der Tagespflegeperson oder den Haushalt der Personensorgeberechtigten (i. d. R. der Eltern) vor. In anderen geeigneten Räumen ist Kindertagespflege dann möglich, wenn Landesrecht dies zulässt. Niedersachsen eröffnet die Möglichkeit der Kindertagespflege in anderen geeigneten Räumlichkeiten gemäß § 15 Abs. 2 AG KJHG.                                   Die Kindertagespflege war lange vorwiegend im privaten Bereich angesiedelt. Seit den umfangreichen Gesetzesänderungen durch das Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG) und das Kinder- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetz (KICK) im Jahr 2005 ist der Stellenwert der Kindertagespflege deutlich gestiegen.                               Die Kindertagespflege besteht – insbesondere mit Schwerpunkt für die unter Dreijährigen – seitdem ausdrücklich als gleichrangiges Angebot neben dem Betreuungsangebot der Kindertageseinrichtungen. Seit Inkrafttreten des KICK im Oktober 2005 steigt aufgrund der Umsetzung der gesetzlichen Regelungen der Anteil der öffentlich finanzierten Kindertagespflege stetig an.

Die Kindertagespflege hat gemäß § 22 SGB VIII denselben Auftrag zu erfüllen wie die Kindertageseinrichtungen, und zwar:

» die Förderung der Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und   gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit

» die Unterstützung und Ergänzung des elterlichen Erziehungsauftrags                        » sowie die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Familie                    Dementsprechend müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, um Kindertagespflege anbieten zu können. Grundsätzlich müssen die Tagespflegepersonen geeignet sein, über kindgerechte Räumlichkeiten sowie über eine Qualifizierung verfügen.[5] [6]

  • Rituale

Rituale (von lateinisch ritualis)‚ den Ritus betreffend‘, sind immer wiederkehrende Abläufe, zu denen Worte, Gesten und Handlungen gehören.

Rituale sind laut Brockhaus Kulthandlungen. „Riten“ oder „Rituale“ sind so alt wie der Mensch selbst. Das immer wiederkehrende ordnende Prinzip ist es, was ein Ritual ausmacht. Rituale begleiten den Menschen durch Übergangsphasen des Lebens und helfen ihm, die Anforderungen des Alltags zu meistern.

Über das nur Sichtbare hinaus sind Rituale mit symbolischen Bedeutungen versehen. Der Ablauf wird zu bestimmten Ereignissen in gleicher Form wiederholt und prägt sich so in das Gedächtnis ein. Rituale sind Handlungen, die Freude steigern und zum Ausdruck bringen sollen. Das Anlegen festlicher Kleidung zur Hochzeit, das geheimnisvolle Öffnen der Tür zu Weihnachten, das gemeinsame Singen eines Liedes nach einer Zusammenkunft prägen das Erlebnis tiefer ein. Jedes Ritual hat einen bestimmten Anfang und ein Ende. Das Vorlesen einer Gute-Nacht-Geschichte ist genauso ein Ritual wie die Gestaltung einer Hochzeit. Von alters her werden Lebensabschnitte, Jahreslauf und auch Wochen und Tage durch besondere Rituale an den Übergängen mit Hilfe von speziellen Riten und Bräuchen unterteilt: Zum Schulbeginn gehört die Schultüte, zum Jahresschluss die Silvesterfeier, zum Wochenende der Sonntag, zum allabendlichen Abschied der „Gute Nacht“-Gruß.[7]

  • Rituale in der Kindertagespflege

Besonders Kinder in den ersten drei Lebensjahren benötigen in ihrem Alltag ein hohes Maß an Konstanz, damit sie in der – für sie immer wieder unbekannten und überraschenden Umwelt – Halt, Überblick und Orientierung finden und so auch zunehmend handlungsfähiger werden können.[8]

Wiederkehrende Ereignisse teilen den Tag in Abschnitte ein, die einen Anfang und ein Ende haben. Diese Situationen sind für das kindliche Erleben prägnant, weil in ihnen die Verbundenheit mit der Gruppe und den Erwachsenen dabei spürbar wird. Ein Anfangs- und ein Übergangsritual halten diese Etappen zusammen und unterstützen die Konzentration der Kinder. Sie können auf diese Weise „soziale Skripte“ für bestimmte Handlungseinheiten entwickeln, die durch die tägliche Wiederholung immer wieder abgesichert werden (vgl. Viernickel 2009, 34)

  • Grenzen

Es gibt viele verschiedene Arten von Grenzen. Es gibt geografische und kulturelle Grenzen zwischen Ländern, Städten und Landesteilen. Und es gibt soziale, sprachliche und ethnische Grenzen innerhalb der Gesellschaften.

Ganz nüchtern betrachtet, ist eine Grenze zunächst einmal nicht mehr als eine wirkliche oder gedankliche Linie, die zwei Dinge voneinander trennt. Sie lässt das eine enden, gleichzeitig das andere beginnen und umgekehrt. Und sie verleiht beiden Bereichen Kontur und Gestalt. Vor allem macht sie das eine vom anderen unterscheidbar. Wenn ich also von Grenzen spreche, spreche ich von Unterscheidungen. Ohne Grenzen wäre nichts wahrnehmbar. Sie sind die Voraussetzung jeder menschlichen Erkenntnis. [9]

  • Grenzen in der Kindertagespflege

Im pädagogischen Verständnis seien Grenzen so etwas wie „Leitplanken im Straßenverkehr“, so Klaus Hurrelmann. „Sie geben die Richtung an. […] Sie geben Stabilität, sie setzen eine Struktur.“ Grenzen seien für die Erziehungswissenschaft ein Schlüsselbegriff. „Grenzen setzen, Vereinbarungen treffen, Regeln festlegen, Normen setzen, das ist das Kerngeschäft von Pädagogik, von Sozialisation“, so Hurrelmann. Früher seien die Grenzen gesetzt worden, indem der Lehrer, die Mutter einfach gesagt hätte: „So wird’s gemacht.“ Das sei auch nicht hinterfragt worden. „Das kennen wir heute anders“, so Hurrelmann: „Wir leben in einer demokratischen Gesellschaft, da ist es typisch, dass diese Regeln und damit auch die Grenzen ausgehandelt werden.“[10]

  •  Regeln

Eine Regel ist eine aus bestimmten Regelmäßigkeiten abgeleitete, aus Erfahrungen und Erkenntnissen gewonnene, in Übereinkunft festgelegte, für einen bestimmten Bereich als verbindlich geltende Richtlinie. Das Wort Regel taucht als lateinisches Lehnwort regula, regile um das 9. Jahrhundert im Althochdeutschen auf (aus lat. regula „Maßstab, Richtschnur“) und formte sich im Mittelhochdeutschen zu regel, regele. Eine Sammlung von Regeln wird auch als Regelwerk oder Reglement bezeichnet.

Beispiele dafür sind Regeln für das soziale Verhalten (Verhaltensnorm), zum Beispiel Verkehrsregeln, Benimm- oder Spielregeln.[11]

  • Regeln in der Kindertagespflege

Regeln gehören genauso in die Kita wie in alle anderen Lebensbereiche. Denn auch hier gilt: Für Kinder sind klare Regeln sehr wichtig. Sie bieten Orientierung, geben ein Gefühl von Sicherheit und Ordnung, machen den Tagesablauf überschaubarer und sichern jedem Kind seinen eigenen Platz in der Kindergruppe.

Nicht immer stimmen Regeln mit dem Willen des einzelnen Kindes überein und müssen dennoch eingehalten werden. Dies zu lernen ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Kinder zur Selbständigkeit.

Es gibt gruppeninterne aber auch gruppenübergreifende Regeln.

Gruppeninterne Regeln…ergeben sich aus dem Zusammenleben der Kinder und Erzieherinnen in den einzelnen Gruppen. Sie werden mit den Kindern besprochen oder erarbeitet.

Gruppenübergreifende Regeln…werden von den Erzieherinnen festgelegt. Sie dienen in erster Linie der Sicherheit der Kinder beim gruppenübergreifenden Arbeiten oder beim Erschließen anderer Spielorte, wie zum Beispiel dem Spielplatz oder der Turnhalle.

3 Gedanken

Sowohl Grenzen als auch Regeln engen generell nicht nur ein, sondern sie schützen auch. Hauptsächlich zum Schutz Siehe Definitionen. Vorausgesetzt man findet das richtige Maß und sie sind dem Alter des Kindes angepasst, bieten sie Geborgenheit, Zuverlässigkeit und Sicherheit. Ganz besonders wichtig erscheint mir dabei der konsequente aber liebevolle Umgang mit Regel-und Grenzüberschreitungen. Es heißt Strafen sind Aggressionen im pädagogischen Gewand und Angst vor Strafe führt zu zerstörerischem Verhalten. Als wesentlich bessere Alternative stehen uns Erwachsenen aber vor allem „logische Konsequenzen“ zur Verfügung.[12]

Wir alle haben unsere Eltern für die Aufstellung diverser, für uns als Kinder unliebsame und nervige, Regeln nicht weniger geliebt. Im Gegenteil, zumindest unbewusst. Aus eigener Erfahrung und aus Erzählungen von Freunden meiner eigenen Kinder, weiß ich wie es ist viel zu dürfen (grenzenlose Freiheit zu genießen) und sich das daraus möglicherweise entstehende Gefühl nicht wichtig oder nicht richtig geliebt zu sein. Grenzenlosigkeit vernachlässigt Kinder. Es ist im Moment vielleicht cool mehr erlaubt zu bekommen als die Freunde, aber man fühlt sich verloren, vernachlässigt und allein gelassen. Grenzen vermitteln hingegen Halt und zugleich auch Freiräume. Genauso weiß ich wie wichtig und anstrengend es ist konsequent zu sein. Doch niemand behauptet, dass Elternsein ein Kinderspiel ist.

Wir alle kennen unlogische Bestrafungen aus unsere Kindheit. Und wahrscheinlich das Gefühl der Ungerechtigkeit, der Angst und der Erniedrigung. Somit haben wir auf jeden Fall Vergleichsmöglichkeiten und Anhaltspunkte es vermeintlich? besser zu machen. Ohne Strafen, dafür mit logischen Konsequenzen. Wenn nicht finden sich zahlreiche Ratgeber dazu im Buchhandel. Auch das Curriculum verdeutlicht verschiedene Handlungs- und Reaktionsweisen zum achtsamen aber konsequenten Umgang mit Regelverstößen und Grenzüberschreitungen beziehungsweise unerwünschtem Verhalten. Es zeigt einer Tagesmutter auch Wege auf zu mehr Gelassenheit zu gelangen.[13] Als Tagesmutter hat man in Bezug aufs Regeln aufstellen und Grenzen setzen eine verantwortungsvolle Aufgabe Und sollte dafür Sorge tragen, dass diese auch eingehalten werden. Meines Erachtens bieten Rituale unteranderem eine gute Basis für erste Regeln in der Kita. Sie vermitteln den Kindern unteranderem ein Zusammengehörigkeitsgefühl und strukturieren den Tagesablauf.

4 Fakten

Das schaffen Rituale:

sie erleichtern das Lernen und die Konzentration

  • sie fördern die Selbstständigkeit
  • durch Rituale werden Regeln und Grenzen gesetzt
  • sie schaffen Ordnung und Orientierung und helfen dabei, Krisen zu bewältigen
  • sie geben uns Halt und schenken Geborgenheit
  • Rituale reduzieren Ängste[14]

Rituale bestehen in erster Linie aus HANDLUNGEN, die in bestimmter Art und Weise von einer, mehreren oder allen Personen einer Gruppe ausgeführt werden

  • Diese Handlungsabläufe können erst dann als Rituale erlebt werden, wenn sie in WIEDERHOLUNGEN erlebt und durchgeführt werden.
  • Rituale werden insbesondere wirksam durch SYMBOLE und/ oder SYMBOLISCHE HANDLUNGEN.
  • Damit verbunden sind die BESONDEREN UMSTÄNDE eines Rituals: Ort, Zeit, Kleidung, Worte, Verhalten und Gegenstände zeigen an, dass es sich hier um eine spezielle Situation handelt.
  • Die Wirkung dieser besonderen Umstände wird zudem unterstützt durch eine SINNTRÄCHTIGE INSZENIERUNG. Dies wird erreicht durch Farb- und Formkompositionen, besondere musikalische Untermalung, angenehme Geruchseindrücke usw.

Der gemeinsame Einsatz dieser Elemente bewirkt ein intensives Erleben von Ritualen.  [15]

Lernt ein Kind keine Grenzen kennen, wird es das Kind später schwer haben, sich im Kindergarten und in der Schule, und überhaupt in der Gesellschaft zurechtzufinden. Denn zum menschlichen Miteinander gehören bestimmte Umgangsformen und grundsätzliche Regeln.

Das schaffen Grenzen:

  • Grenzen setzen bedeutet, Stellung zu beziehen.
  • Es bedeutet einen klaren Standpunkt zu haben und diesen zu vertreten.
  • Mit liebevoller Konsequenz, Ermutigung, Anerkennung und natürlich Respekt.
  • Ein Auseinandersetzen mit sich selber und den Kindern.
  • Kinder sollten einen Lebensrahmen haben, in dem sie sich sicher und geschützt bewegen können.

Zum Grenzen setzen gehören auch Regeln und Konsequenzen. Wichtig sind wohl auch die Regeln und Konsequenzen mit den Kindern abzusprechen. Die Kinder anzuregen, anzuleiten und zu unterstützen.

  • Bestimmte Regeln und Grenzen sind nicht zu diskutieren!
  • Regeln und Konsequenzen müssen für das jeweilige Alter angemessen sein!
  • Wünsche sollen anerkannt und wahrgenommen werden, aber Regeln sollten dabei nicht übergangen werden.
  • Unter „konsequent sein“ wird eine Haltung von Eltern verstanden, die auf der Grundlage einer wertschätzenden Erziehung basiert.
  • Konsequent sein bedeutet, auf der Basis dieser wertschätzenden Haltung auf die Verhaltensweisen von Kindern Antwort zu geben.
  • Wenn du deine eigenen Bedürfnisse konsequent erfüllst, ist es wahrscheinlicher, dass es dir gelingt mit deinem Kind konsequent zu sein.[16]

 

  1. Beispiele

5.1 Rituale

  • ein Begrüßungslied am Morgen (Wir wollen uns begrüßen…)
  • das gemeinsame aufräumen vor dem Essen
  • „Guten Appetit“ wünschen
  • Zähne putzen nach dem Essen
  • der geschmückte Platz am Geburtstag
  • der Ausflug an einem bestimmten Wochentag
  • das gemeinsame basteln zu Anlässen
  • ein bestimmtes Lied zu einem besonderen Anlass

5.2 Grenzen

Grenzen zu setzen und zu verteidigen, hat vor allem etwas mit Kommunikation zu tun. Wir müssen nämlich anderen klarmachen, dass es eine Grenze gibt und dass wir nicht möchten, dass diese überschritten wird. In der Praxis läuft das vor allem auf ein einzelnes Wort hinaus: Und das Wort heißt “nein”.

Dieses Wort sollte allerdings nicht überstrapaziert werden. Wenn es sehr häufig benutzt wird verliert es an Bedeutung für das Kind. Also wirklich gezielt einsetzen und hinterfragen ob wirklich „Nein“ gemeint ist oder „Nein jetzt nicht“ und ob man es positiv formulieren kann wie zum Beispiel „Ja, das machen wir später“.

Über ein „Nein“ wird nicht diskutiert. Einmal ausgesprochen muss reichen, alles andere lässt das „Nein“ seine Bedeutung verlieren.

5.3 Regeln

Sinnvolle Regeln in der Kita können meiner Meinung nach sein:

  • Nicht mit den Schuhen in die Gruppenräume
  • „Man darf nix wegnehmen, nicht hauen, nicht beißen, nicht kneifen, nicht schubsen, nicht treten“
  • Mit Spielsachen wird nur da gespielt, wo sie hingehören (Kissen bleiben in der Kuschelecke, Bausteine in der Bauecke)
  • Wir gehen sorgsam mit Spielsachen und Büchern um
  • Vor jedem Essen wird aufgeräumt
  • Vor jedem Essen und nach jedem Toilettengang – Hände waschen
  • Während des Essens wird nicht gespielt
  • Persönliche Gegenstände und Spielsachen gehören während des Essens nicht an den Tisch (wegräumen oder ins Fach legen)
  • Alle essen gemeinsam (alle sitzen am Tisch, auch wer nichts isst)
  • Auf Möbel klettern: verboten
  • Aufheben, was man runtergeworfen hat
  • Nicht mit Steinen, Sand, Spielsachen oder sonst was werfen
  • Das Spielzeug kriegt der, der es zuerst hatte
  • Vor dem Abgeben darf man zu Ende spielen
  • Wenn man Spielzeug von zu Hause mitbringt, dürfen auch andere damit spielen (sonst: ins Fach legen)
  • Was rumliegt, darf man nehmen
  • Wer geht wird verabschiedet
  • Die Eingangstür öffnen ohne Ausnahme nur die Erwachsenen

Fazit

Meine Überlegungen, Erfahrungen und Recherchen lassen mich zu keinem anderen Ergebnis kommen als, dass es selbstverständlich sinnvoll und begrüßenswert ist mit Ritualen, Regeln und Grenzen als TM in der Kindertagespflege zu arbeiten. Es wäre beinah unverantwortlich sich die damit verbundenen so positiven Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes und die der gesamten Gruppe (von Ritualen, Regeln und Grenzen) nicht als Handwerkszeug ins Boot zu holen.

Denn sie vermitteln vieles von dem was kleine Kinder zur Orientierung und zum Verarbeiten der vielfältigen Eindrücke brauchen. Kita Kinder kennen noch nicht die Uhr und können mit Zeitangaben nichts anfangen. Aber mit einem sich immer wieder wiederholendem Ablauf, verlässlichen Bezugspersonen und Stabilität in der Kindergruppe kann man ihnen helfen die Zeit in der Kita überschaubar und berechenbar zu machen. Allerdings muss die Struktur gleichzeitig flexibel sein und ausreichend Raum für die individuellen Rhythmen und Entwicklungsstufen der Kinder lassen. Alles in allem kein leichtes Unterfangen. Allerdings möchte ich es auch nicht versäumen darauf hinzuweisen: je jünger die Kinder und je individueller die Bring- und Abholzeiten gestaltet werden desto schwieriger scheinen mir die Umsetzungsmöglichkeiten.

Grenzen müssen in der Erziehung immer eingebettet sein in liebevolle Beziehungen, in verantwortliches erwachsenes Handeln. Grenzen aufzeigen heißt, verantwortlich Orientierung geben, wohlüberlegt Einhalt gebieten und Kindern Werte und Regeln des Zusammenlebens vorleben und vorgeben mit dem Bewusstsein, dass Grenzen Halt und Sicherheit geben.[18]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellennachweise:

[1]             http://www.sai.uni-heidelberg.de/abt/IND/mitarbeiter/michaels/wozu_rituale.pdf  Seite 4  / 08.02.16

[2]             http://www.kizz.de/erziehung/regeln-und-grenzen/warum-kinder-grenzen-brauchen-jetzt-ist-aber-schluss 08.02.16

[3]             http://www.familie.de/eltern/experteninterview-kindern-grenzen-richtig-setzen-538633.html  / 08.0216

[4]             http://www.kizz.de/erziehung/regeln-und-grenzen/warum-kinder-grenzen-brauchen-jetzt-ist-aber-schluss / 08.02.16

[5]             http://www.kindertagespflege-nds.de/download/Rechtsgrundlagen_KiTaPfle_Vierheller_und_MS.pdf  06.02.16

[6]             http://dejure.org/gesetze/SGB_VIII/22.html   06.02.16

[7]             http://www.pflegekinder-hamburg.de/docs/10482/ueber-die-funktion-und-bedeutung-von-ritualen.aspx   (07.01.2013)

[8]             http://www.kita-fachtexte.de/uploads/media/FT_kleemissII_rhythmus_2011.pdf Seite 2   10.02.16

[9]             Konrad Paul Liessmann im Interview http://www.brandeins.de/archiv/2013/grenzen/ohne-grenzen-koennten-wir-nicht-leben/  07.02.16

[10]          Klaus Hurrelmann, Pädagoge  http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/182239/index.html  07.02.16

[11]          https://de.wikipedia.org/wiki/Regel_(Richtlinie)  07.02.16

[12]          Siehe: http://www.mbjs.brandenburg.de/sixcms/media.php/bb2.a.58134.de/Respektvoller%20Umgang.pdf   09.02.16

[13]          Siehe Curriculum Kapitel Seite 7-15

[14]          http://www.hoppsala.de/index.php?menueID=21&contentID=1254  / 09.02.16

[15]          Kennzeichen von Ritualen (in Anlehnung an Roberts, 2001, 21 und Holtz, 2000, 229 und 231f)

[16]          Siehe Diplomarbeit: Dajana Rösser Familienmentorin auf Seite 16  / 09.02.16

[17]          http://www.welt.de/gesundheit/article107281161/Warum-Rituale-fuer-Familien-enorm-wichtig-sind.html   10.02.16

[18] http://paedagogik-news.stangl.eu/193/wie-soll-ich-meinem-kind-grenzen-setzen

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